Pferdesport ist auf dem Hof May reine Familiensache

Ausschnitt aus dem Bersenbrücker Kreisblatt vom 10.12.2002
Redakteur: Christian Geers

Ausschuss für Wirtschaftsförderung besucht Anlage in Hollenstede - "Angebot für den Tourismus unverzichtbar"

Alles Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde - auch in der Stadt Fürstenau hat diese Volksweisheit ihre Berechtigung. Auf dem Ponyhof May in Hollenstede zum Beispiel kommen Liebhaber das ganze Jahr über auf ihre Kosten. Und auch der Tourismus in der Stadt profitiert von diesem Angebot, wie die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaftsförderung bei einem Besuch zufrieden feststellten.

"Trockenübungen" müssen sein: Als die Ratsmitglieder gemeinsam mit den Gründern des Ponyhofes, Alwin und Elisabeth May, einen Blick in die Reithalle werfen, sind die Voltigierkinder gerade damit beschäftigt, ihre Haltung auf dem Pferd zu verbessern. Groß ist der Spaß bei den jungen Nachwuchsreitern, wie das Gejohle verrät.

Reiterferien stehen bei Kindern hoch im Kurs

Angefangen hat alles Anfang der siebziger Jahre, wie Elisabeth May berichtet. Der Reit- und Fahrsport ist seitdem Familiensache von Alwin und Elisabeth May, Sohn Hans-Hermann hat nach der Ausbildung zum Pferdewirt und Reitwart ebenfalls die Zügel fest in der Hand.

Hier auf dem Gelände an der Hagenbecker Ahe ist auch der Gründungsort des Reit- und Fahrvereins Hollenstede. Beim Voltigieren sind die einzelnen Gruppen zwar fast ausschließlich mit Mädchen besetzt, "doch auch fünf bis sechs Jungen haben daran Spaß", findet Elisabeth May Gefallen daran, dass zunehmend auch Jungen eine Mädchendomäne erobern.

Bei Kindern und Jugendlichen zwischen acht und 16 Jahren sind die Reiterferien in den Sommermonaten besonders beliebt. Viel Werbung brauchen die Mays dafür eigentlich gar nicht machen: Die Gäste, die aus der Umgebung Fürstenaus, vor allem aber auch aus der Münsteraner Gegend, dem Sauerland, dem Ruhrgebiet und auch aus dem benachbarten Emsland kommen, haben meist per Mundpropaganda vom guten Service und der vorbildlichen Betreuung auf dem Hollensteder Hof gehört.

Damit Elisabeth May stets die Übersicht über die Jüngsten behält, bietet sie einen einwöchigen Reiterurlaub an. Meist sind die Gruppen zwischen zehn und zwölf Teilnehmer groß. Wie in einer großen Familie übernehmen die Kinder jeden Tag den Stall- oder Küchendienst, daneben gibt es eine große Auswahl an Freizeitmöglichkeiten.

"Reiten lernt man erst durch Fegen"

Die meiste Zeit verbringen die jungen Urlauber mit den Ponys und Pferden. "Reiterfahrung ist nicht unbedingt Pflicht, aber die Kinder sollten eine Beziehung zu den Tieren haben", verrät die Inhaberin. Heimweh hat sie in den vergangenen Jahren noch bei keinem Kind erlebt. "Erst wenn der Tag der Abreise gekommen ist, beginnt das Weinen", schmunzelt sie.

Dass das Angebot des Ponyhofes May für den örtlichen Tourismus unverzichtbar ist, war den Mitgliedern des Wirtschaftsförderungsausschusses nach gut einer Stunde klar. Und der eine oder andere von ihnen hat bei dieser Gelegenheit schon mal einen humorvoll gemeinten Vorgeschmack auf die erste Reitstunden bekommen. "Merke dir auf allen Wegen, Reiten lernt man erst durch Fegen" - stand in großen Lettern in der Stallgasse zu lesen.